Unser Verein
Der Weg vom illegalen Waldtrail zum eingetragenen Verein
Ende 2018 bekam ich mein ersten Downhiller, ein Bergamont Straitline MGM, meine erste große Liebe. Zu dieser Zeit bin ich mit ein paar Freunden fast jedes Wochenende in die Dresdener Heide gefahren, ein Waldgebiet direkt am Stadtrand von Dresden, welches über diverse, selbst angelegte Trails verfügt. Doch 18kg Fahrrad mit 200mm Federweg vorn und hinten lassen sich schwer von Ottendorf nach Dresden bewegen, vor allem wenn man noch Proviant für den gesamten Tag auf dem Rücken trägt, und kein Auto zur Verfügung hat. So ging es einigen von uns „Freeridern“ aus der Umgebung, aber wir hatten hier vor Ort nun mal keine Sprünge, keine Anlieger und vor allem keine Drops. Daher gab es nur eine Logische Antwort:
Ein eigener Homespot muss her!
Anfangs versuchte ich es auf dem legalem Wege, denn wilder Trailbau ist und bleibt verboten, jedoch scheiterte ich leider an der Bürokratie, an der Verteilung der Flurstücke in den Wäldern und am Forst. Im März 2018 dann folgte dann der Entschluss: „Naja ein paar kleine Sprünge, nichts Aufsehenerregendes...“. Nach langer Suche nach einem geeigneten Stück Wald fand ich schließlich ein ruhiges Fleckchen auf dem Wachberg und holte ein paar Jungs dazu, um mir zu helfen. Es entstand der erste kleine Sprung, der zweite, der dritte, hier mal eine Kurve und da mal ein kleiner Drop. Über die Monate wurde es größer und größer und sprach sich schließlich auch bei der Jugend im Dorf herum. Der Shore samt 3m hohem Roll-In entstand und es entwickelte sich zunehmend eine längere Line, mit vielen unterschiedlichen Hindernissen.
Anfang 2021 war aus dem „wir bauen nichts Aufsehenerregendes“ ein kleiner Bikepark mit Werkzeugbox und Sitzgelegenheiten geworden, ein Traum für uns, aber leider höchst illegal. Schon die ganze Zeit schwang die Angst mit, aufzufliegen. Müll Sammelaktionen im Dorf wurden zu Zerreißproben für die Nerven und grüne Jeeps der Erzfeind. Als wir wieder mal geschlossen auf dem Weg zum Spot waren, bekamen wir einen panischen Anruf, „Hier laufen irgendwelche Typen mit Warnwesten über den Trail und machen Fotos!“. Wie sich herausstellte, gehört das Gelände dem Kieswerk, Anwohner beschwerten sich über ständigen Lärm im Wald von Hämmern und Kettensägen, und das obwohl bis dahin keine Kettensäge unseren Spot gesehen hatte.
Wir suchten das Gespräch und nach Lösungen, am Tag darauf auch mit der Polizei, die aus versicherungstechnischen Gründen beauftragt war, Bilder vom Spot zu machen. Auch hier suchte ich das Gespräch und wieder nach Lösungen, die Betreiber vom Kieswerk waren dabei auch wieder mit anwesend. Es sei nicht ihre Absicht uns das wegzunehmen, es sei ihnen auch bewusst, welch enorme Arbeit hier wohl drin stecken müsste, aber ihnen bleibt aus Haftungsgründen keine Wahl, als das gesamte Gelände abreißen zu lassen.
Das Wort Haftung hörte ich auch bei meinen Bemühungen vor zwei Jahren bereits, als ich legale Wege gesucht hatte, einen Homespot zu errichten.
Dafür gibt es nur eine Lösung, die Gründung eines Vereins! Alle die mich kennen, wissen, wie niedergeschlagen ich zu dieser Zeit war, mein Baby stand auf dem Spiel. Ich suchte Hilfe bei Jens, welcher zum Glück Kontakte zu irgendjemanden vom Kieswerk hatte. Die Sache bekam langsam einen Lichtblick und es gab Hoffnung! Als dann die Vorgespräche mit dem Betreiber des Kieswerks und sogar dem Forst positiv verlaufen waren, gab es für mich nur noch ein Thema, den Dale‘s Spot e.V. gründen! 3 Monate zog sich das Ganze, Gründungsmitglieder für mich gewinnen, Satzung schreiben, Konto anlegen, Gemeinnützigkeit beim Finanzamt und Eintragung ins Vereinsregister.
Im März 2021 wurde „Dale‘s Spot e.V.- Verein zur Förderung der Jugendradsportkultur“ ins Vereinsregister eingetragen, damit erlangen wir zwar Verantwortung, aber auch völlig andere Mittel zum Ausbau! Schnell waren es mehr als 30 Mitglieder, plötzlich 40 und bald darauf 50.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich bis hierhin unterstützt haben, die Liste wäre leider zu lang um alle von euch aufzuzählen, aber danke, danke für Alles!
Max Loesche, Vorstandsvorsitzender & Vereinsgründer